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Geschichten aus dem Alltag Wo bist Du ???? Vor 14 oder 15 Jahren trug sich Folgendes zu... Ich war zur der Zeit in der Schäferei Goldvlies, ein Betrieb mit 700 Mutterschafen. Wir haben an dem Tag im Wettlauf mit dem einsetzendem Regen die letzten Schafe geschoren und waren alle recht angespannt und müde. Tommi, unser Mitarbeiter holte den Rest der Herde zum Scherplatz, eilig zogen sie an mir vorbei in den Trichter zum Sortieren. Endlich ,Stunden später verstummten die Schermaschinen ,der Pferch zur Nacht war aufgebaut und das eine oder andere Grinsen machte sich breit. Der Feierabend nahte. Tommi zog mit der Herde gen Pferch, da sehe ich aus dem Augenwinkel heraus ein Schaf mit blutverschmiertem Euter. Wir fingen es, es war klar, sie hatte gelammt. Aber wann und wo ??Wir suchten überall. Im alten Pferch, auf dem Weg, auf den Wiesen drumherum... nix. Jetzt wurde es dämmerig. Wir ließen das Muttertier laufen, hofften auf seine Instinkte, aber es war ein Erstling und die Aufregung mit dem entsprechendem Adrenalin überdeckte die Mütterlichkeit. Die Arme! Nun war es dunkel ,wir konnten nichts mehr tun und fuhren nach Hause auf den 25km entfernt gelegenen Hof. Immerzu dachte ich an das Neugeborene, an die Fuchsfähen und ihre hungrigen Welpen , an den mittlerweile einsetzenden Regen. Es war nicht nur das Mitleid mit dem kleinen Ding , was mir keine Ruhe ließ, es war wie ein Ruf von Außen und doch in mir.“ Fahr los. Such es, ich helfe Dir“. Immerzu hörte ich diese Stimme. Also fuhr ich los ,sehr zum Unmut und auch Gespött aller Anwesenden. Stockdunkel, strömender Regen, ich wusste überhaupt nicht, wo ich herumfuhr. Ich ließ mich führen, zugegebenermaßen musste ich schlucken, als mich meine Intuition vom Weg ins Gelände führte. Das war ein Riesengebiet, das Kleine könnte sonst wo sein. Ich bat immer wieder um Führung und darum , daß keine Felsen im Weg herumstehen. Mittlerweile sah ich kaum noch was, der Scheibenwischer arbeitete auf höchster Stufe, da trat ich unvermittelt und plötzlich auf die Bremse. Im Lichtkegel des Geländewagens lag was Kleines, kaum zu erkennen, es war das Lamm. Es lebte. Ich packte es warm ein im Auto und ging noch mal kurz hinaus in den Regen. Dort schrie ich meinen Triumph , meine Anspannung und Dankbarkeit hinaus in die Dunkelheit. Das Lamm zog ich mit der Flasche auf und schenkte es einer Familie, wo es wunderbares Leben hatte. Dieses und andere Erlebnisse lehrten, mich auf meine Intuition zu hören. Wenn wir Stimmen hören, Bilder sehen oder Hellfühlen, kann es sein, daß etwas auf unserer Frequenz mit uns funken will. Uns was sagen will. Ein Geschenk, was wir nicht zurückweisen sollten.
Hellfühlen
In einer Schäferei ist während der Lammzeit allerhand los. Lämmer werden geboren , die Schafe müssen auf der Winterweide gehütet werden, der Stall ist voll und irgendwie ist man nie wirklich fertig geworden. Saß man dann endlich in der Küche oder lag sogar im Bett, galt es wirklich abzuschalten, um fit für den Ansturm des kommenden Tages zu sein. Das gelang mir selten, im Kopf plante ich schon mal und ging meinem damaligen Lebensgefährten gehörig und zu Recht auf den Wecker. Also übte ich mich darin , still zu sein und auch die Quasseltante da drinnen abzustellen. Alles abschalten, bitte. Mitten in die entstehende Ruhe hinein, bekam ich auf einmal Beklemmungen in der Brust, ich konnte nur schlecht Luft holen und mein Puls ging hoch.“ Jetzt werde ich doch bitte nicht krank, was ist hier denn los.“, dachte ich ärgerlich. Dann sprang mich ein Satz geradezu an.“geh sofort in den alten Kuhstall“. Ich krabbelte aus dem Bett in die Stiefel und rannte in den Stall. Dort war ein kleines Lamm am Ertrinken, der kleine Blödmannsgehilfe ist in den Wassertrog gesprungen. Er hat unglaublich Glück gehabt, dass der nicht voll war, sonst hätte er es nicht überlebt. Er hatte etwas Wasser in der Lunge und röchelte noch lange herum. Solche Erlebnisse waren für meine Nachtruhe natürlich das Allerletzte, ich horchte ständig in mich hinein , ob was kommt und hatte Angst etwas zu „verpennen“. So manches mal bin ich wegen Nichts und wieder Nichts aufgestanden. Ich traute mir nicht. Das sind Erfahrungen, die man vielleicht machen muss, wenn man das Funken lernen will. Man rutscht auch schon mal auf eine andere Frequenz oder jemand funkt dazwischen. Oder die Batterie ist alle. Wenn man zuviel Stress hat, verändert sich auch die Wahrnehmung und man bleibt an der Oberfläche, weil einfach nicht mehr geht. Mit der Zeit sortiert sich das aber und man bekommt mehr Sicherheit.
Schlitzohr Es war Mai, die Stallzeit und Lammzeit war endlich vorbei. Ich war damals mit 470 Ziegen einschließlich Lämmern auf dem Weg zur Sommerweide, hinauf auf die Rhön. Soweit war alles ganz schön, es war schon was gewachsen, so konnte ich guten Mutes sein. Allerdings wurde es nachts doch noch ordentlich kalt, aber es half nichts, wir mussten weiter. Es war auch beruhigend zu wissen, daß keine Lämmer mehr kommen konnten, denn der Bock war zur fraglichen Zeit nicht mehr bei seinen Mädchen. An jenem Tag sperre ich meine Rasselbande also satt und trocken in den Nachtpferch und fahre nach Hause. Stunden später fängt es tatsächlich noch mal zu schneien an und ich war entsprechend genervt, manchmal ist man einfach machtlos. Der Schnee ging dann über in heftigen Regen und ein Gewitter zog auf. Ich fiel trotzdem in einen leichten Schlaf, bis mich lautes Donnern und Krachen zurückholte. Sofort bekam ich ein Bild. Das ist ungefähr so, als würde ganz kurz eine Tür aufgehen, man sieht was und schon knallt sie wieder zu. Ich sah in der Nacht eine Ziege, nicht irgendeine Ziege, nein ,sondern das Schlitzohr. Sie hatte im Winter einen doppelten Beinbruch. Außerdem zierte sie ein geschlitztes Ohr, sie riss sich bei ihren üblichen Kapriolen die Ohrmarke heraus. Sie ist eine überaus selbstbewusste Ziege und rangiert in der Hierarchie selbstverständlich weit vorne. Dieses Schlitzohr tauchte also als Bild auf und in einem total passendem Ton teilte sie mir mit, ich solle SOFORT kommen. Natürlich bin SOFORT hochgefahren, Und das war gut so! Schlitzohr stand schon wartend am Zaun.....,mit Drillingen! Wenn Ihr jetzt glaubt, dass sie dann würdevoll in den Hänger gestiegen wäre, muss ich Euch enttäuschen. Sie war total durch den Wind und wir haben uns eine tolle Schlammschlacht geliefert, bis ich sie dann endlich hatte. Im Dunkeln , mit Funzel und Autolicht. Naja, im Stall war die Welt dann wieder in Ordnung und alle Vier lagen bald kuschelig und satt im Stroh. Sie hat mir bis heute nicht verraten, wie sie das gemacht hat..... Schlich sie sich zum Bock? Muss wohl, denn wäre der Bock bei den Mädels gewesen, hätte ich noch mehr Überraschungen erlebt. So ist sie halt... das Schlitzohr |